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Buchrezension


Autor Charlotte Lyne
Titel Glencoe
Originaltitel ---
Reihe ---
September 2010
ISBN 978-3431038194
Genre Historical

Inhalt 1689. Im Streit um die englische Thronfolge ist das Hochland zutiefst gespalten. Die MacDonalds halten den Stuarts die Treue, die Campbells unterstützen den neuen König. Gegen den Willen ihrer Familien holt Sandy Og MacDonald die junge Sarah Campbell als seine Braut nach Glencoe. Zwischen ihnen ist es Liebe auf den ersten Blick. Als Sarah nach mehreren Totgeburten einen verkrüppelten Sohn zur Welt bringt, wird sie von den Frauen des Clans noch mehr verachtet. Sandy Og erntet ob seiner Sanftheit nichts als Hohn und Spott. Gleichzeitig spitzt sich der Zwist zwischen den MacDonalds und den Campbells zu. In einer eiskalten Winternacht kommt zu einem Blutbad, wie es das Hochland noch nicht gesehen hat. Können ausgerechnet Sarah und Sandy Og, die Außenseiter, ihren Clan vor dem Untergang retten?
Quelle: Bastei-Ehrenwirth Verlag


Einschätzung
von Katja Fleischer

Wenn wir eine Geschichte lesen, lassen wir die Personen und ihre Umgebung auf uns wirken und es entstehen Bilder vor unserem geistigen Auge. Widmen wir uns nun "Glencoe", so wenden wir uns einem Werk zu, in dem die düsteren Farben dominieren - und das nicht nur, weil Glencoe auch als "das Tal im Schatten" bezeichnet wird.

Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit aus der Geschichte Schottlands - dem "Massaker von Glencoe". Man muss nicht unbedingt vertraut mit diesem historischen Ereignis sein, um dieses Werk zu verstehen. Um das Lesen zu erleichtern, ist es dennoch empfehlenswert, sich einen groben Überblick über die Thematik zu verschaffen.

Charlotte Lyne hat in ihrem Roman zwei sehr interessante Hauptprotagonisten geschaffen, die im Verlauf die verschiedensten Gefühle beim Leser hervorrufen werden: Sarah und ihren Mann Sandy Og. Zwei, zu Beginn schwächlich wirkende Außenseiter, die alles andere verkörpern, als einen üblichen Heldencharakter. Die Entwicklung dieser Beiden ist jedoch so faszinierend und authentisch, dass sie vielleicht (oder gerade) deswegen so real wirken.

Die Hintergründe, das Intrigenspiel und die verschiedensten Überzeugungen werden vor allem durch den ständigen Perspektivwechsel fassbar. Wenn man sich dann endlich im politischen Wirrwarr der Geschichte zurecht gefunden hat. Behilflich sind hierbei vor allem das integrierte Personenregister sowie die Landkarte. Wir finden ebenfalls auf den letzten Seiten Begriffserklärungen, die durchaus hilfreich sind, aber dennoch eine Kleinigkeit vermissen lassen - nämlich Anmerkungen zur Aussprache.

Nicht zu vergessen ist die sehr ausdrucksstarke Sprache des Werkes. Angepasst an die damalige Zeit, ist diese oftmals sehr derb und rau, in vielen Situationen aber auch sehr feinsinnig und poetisch.

Wir haben es hier mit einen sehr anspruchsvollen historischen Roman zu tun, den man nicht nebenbei auf dem Weg zur Arbeit lesen kann. Es fordert ein hohes Maß an Konzentration, um alle Umstände und Handlungen sofort begreifen zu können. Abschrecken lassen sollte man sich davon jedoch nicht. Wer schon lange nach einem weniger schlichten, sondern tiefsinnigen und diffizilen Buch sucht, ist mit "Glencoe" gut beraten.


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